Teil 5 - Thema Offenheit UW-Prinzip

Alle Mitarbeiter im Unternehmen bestimmen jeder für sich, was für sie richtig oder falsch ist. Die Mitarbeiter die das „OBER STICHT UNTER SPIEL“ einige Male erlebt haben, werden sich in Zu-kunft hüten, OFFEN etwas als falsch zu bewerten, was ihr Chef als richtig bewertet. Sie tauchen ab in den „Nebel“ –

Sie sagen OFFEN RICHTIG.
Sie denken VERSCHLOSSEN FALSCH.

Sie handeln nach dem eigenen RICHTIG und spielen dem „Kaiser“ etwas vor. Das „OBER STICHT UNTER SPIEL“ ist das größte Hindernis für einen OFFENEN Umgang miteinander.

Die Denkstruktur richtig und falsch ist autoritär

In einer autoritären Struktur wird bei Meinungsverschiedenheiten letztlich immer die Entscheidung des „Ranghöchsten“ als „DIE RICHTIGE ENTSCHEIDUNG“ angeordnet. Somit befinden wir uns in einem Spiel, das als Kaiserspiel bezeichnet wird. Die Bedeutung des „Kaiserspiels“ und die damit verbundene Vernebelung wird in seiner Tragweite häufig unterschätzt, da die tatsächlichen Informationen für den „Kaiser“ nicht sichtbar werden und er dadurch annehmen muss, dass die Mitarbeiter die Dinge genauso sehen wie er. ( „Die Annahme ist der größte Feind in der Kommunikation“. Aussage von Watzlawick)

Ein kleines Beispiel soll dieses verdeutlichen.

Der Produktmanager fertigt einen aufwendigen Folder als Präsentations – und Abgabeartikel. Jeder Mitarbeiter erhält davon 500 Stück zugeschickt. Bei 100 Mitarbeitern im Außendienst macht das 50.000 Stück. Ein Stück kostet in der Herstellung 2 Euro. Vorher wird die Präsentation des Folders in einem Verkaufstraining 2 Tage trainiert. Die Mitarbeiter sind mit dem Training und dem Folder nicht einverstanden. Nach versuchter Kritik an diesem „einmaligen“ Folder sagen die Mitarbeiter JA zu Training und Folder und denken: Dieses „prächtige“ Abgabestück gebe ich keinem einzigen Kunden, ich mache so weiter wie bisher. Nach zwei Tagen Verkaufstraining gibt es wieder das normale tägliche Verkaufsgespräch beim Kunden. Auf dem nächsten „Pharmareferententreffen auf der Autobahnraststätte zwecks Entsorgung von Abgabeartikeln“ wird der Folder fachmännisch entsorgt.

Da der Produktmanager neugierig ist, will er wissen, wie der Folder beim Arzt ankommt. Er erhält von fast allen die Antwort: „Sehr gut“, nur einer sagt die Wahrheit ganz OFFEN: Dafür erhält er eine Abmahnung mit der Bemerkung, dass alle anderen Mitarbeiter den Folder gut finden, und dass nur er geschäftsschädigend gehandelt habe.

Was ist nun besser, dass wir OFFEN miteinander umgehen oder VERSCHLOSSEN NEBEL VERSPRÜHEN ?

Was ist die Konsequenz aus diesem kleinen Beispiel:

100 Mitarbeiter sind für 2 Tage vom Feld eliminiert

Kosten für das Unternehmen ????
Umsatzverlust für das Unternehmen ????

Schlimmstenfalls sind 100 Mitarbeiter demotiviert

Kosten für das Unternehmen ????

Keine offene Kommunikation

Entscheidungsgrundlage für das Unternehmen?

Schlimmstenfalls werden 50.000 Folder entsorgt

Kosten für das Unternehmen 100.000 €

Der Produktmanager nimmt an, der Folder sei gut

Er entwickelt weiter unbrauchbare Folder

usw. usw.