Geschichte des DU-Prinzip   - Teil 7

 

Wir waren glücklich, als wir die ursächlichen Denkmuster für Erfolg (Interesse und Neugier im Sinne von Information ohne Annahme ) und Misserfolg (Zwang gekoppelt an Beweisführung und Verteidigung) herausgefunden hatten. Wir fühlten uns so, als wenn wir im Chaos der vielen unter-schiedlichsten Verhaltensweisen die Ordnung gefunden hatten.

 

Wer messen und bewerten will, benötigt einen Maßstab

 

Die Suche nach einem neutralen geschäftlichen Maßstab

Wir mussten allerdings das Wissen um Erfolg und Misserfolg noch einbetten in das Unternehmen. Mitarbeiter im Unternehmen zu etwas zwingen war damals schon nicht zeitgemäß, sich aber aus-schließlich für die Mitarbeiter und ihre Absichten zu interessieren hätte in vielen Unternehmen dazu geführt, dass der Wunsch nach Lohn und Gehalt ohne zu arbeiten die Rangliste der Absichten angeführt hätte.

Subjektiv und objektiv standen wieder auf dem Prüfstand unserer Diskussion.
Der Mensch versucht mit seiner Denkweise, den Verstand des anderen Menschen an seine subjektiven Bewertungsmaßstäbe anzupassen.
Mein Bewertungsmaßstab oder Messinstrument im alltäglichen Umgang miteinander ist mein Ver-stand oder mein „Fred“. Um mir eine Meinung bilden zu können, muss ich die Dinge um mich herum ständig subjektiv bewerten.

Wir suchten deshalb nach objektiven Kriterien in der Gesellschaft, und der Begriff Eichen kam in die Diskussion. Eichen wird definiert als:
„Anpassen eines Messinstruments an allgemeingültige Standards.“

Da der Mensch die allgemeingültigen Standards wie Eichstriche oder Eichstempel akzeptiert, erhält er Messergebnisse, die niemand in Zweifel zieht. Unser Verstand bewertet in solchen Fällen, ob ein Glas bis zum Eichstrich gefüllt ist oder nicht. Aber nicht der Mensch (Subjekt) bestimmt hier, was richtig und falsch ist, sondern der Eichstrich (Objekt). Andere objektive Messinstrumente wie Zollstock, Wasserwaage, Thermometer usw. erfüllen den gleichen Zweck und werden als objektiv von der Gesellschaft anerkannt.

Immer dann, wenn ein objektives Messinstrument zur Verfügung steht, wird die Bewertung richtig und falsch dem Messinstrument überlassen und die Subjektivität des einzelnen ist nicht mehr vorhanden.

Es mussten also allgemeingültige und objektive Kriterien für das gesamte Geschäft und für alle Menschen im Unternehmen her. Als wir darüber nachdachten, kamen wir relativ schnell auf zwei einfache Eichpunkte.

Das Unternehmensziel ist die Umsatz- und Gewinnmaximierung. Wenn das nicht Ziel wäre, gäbe es nach dem Verständnis der Gesellschaft kein Unternehmen.
Die Entscheidungsfreiheit des Kunden Ja und Nein sagen zu dürfen
, ist ebenfalls eine feststehende Größe im Unternehmen, ob es jemand wahrhaben will oder nicht.

Wir benutzten diese zwei Eichpunkte als geschäftlichen Rahmen in dem sich der Mensch frei und mit Interesse am anderen bewegen kann ohne Zwang auszuüben.

Zuallererst untersuchten wir unternehmerische Entscheidungen anhand der zwei Eichpunkte. Zu unserer Überraschung stellte sich heraus, dass man sämtliche Entscheidungen messbar machen kann, ob sie logisch oder nicht logisch sind im Sinne der Umsatz – und Gewinnmaximierung und der Entscheidungsfreiheit des Kunden.

Es stellte sich heraus, dass es relativ schnell möglich war, Entscheidungen und entsprechende Maßnahmen ausfindig zu machen, die seit Jahren vom eigentlichen Geschäft entkoppelt waren, und dass es auch schnell möglich war, neue Entscheidungen zu treffen, die mit den zwei Eichpunkten deckungsgleich waren.

Maßnahmen wie Besuchsschnitt, Zielvereinbarungen, Umsatzbetrachtungen, Konferenzgestaltung, Bonussysteme usw. stellten sich oftmals innerhalb der geschäftlichen Eichpunkte als nicht logisch dar.

Um mit den geschäftlichen Eichpunkten objektiv arbeiten zu können, muss der Verstand bereit sein, die zwei Eichpunkte als oberste geschäftliche Instanz anzuerkennen. Außerdem muss die Bereitschaft des Verstandes vorliegen, die unterschiedlichsten Meinungen zum Geschäft erst einmal als subjektiv richtig anzuerkennen, und sie messen zu lassen an den geschäftlichen Eichpunkten.

Die beiden Eichpunkte stellten sich als sehr produktiv für die Messbarkeit von Entscheidungen und Maßnahmen heraus, waren aber für den Menschen relativ abstrakt, wenn es um die Messbarkeit von Gesprächen ging. Also suchten wir nach einer feineren Skalierung innerhalb der Eichpunkte.
So kamen wir auf die Rollendefinitionen der vielfältigen Abteilungen im Unternehmen. Wir definierten erst einmal die von den Eichpunkten abgeleitete Hauptrolle für das Geschäft:

 

Dem Kunden muss der Nutzen geboten werden, den er sucht aus den Bereichen
A) Produkt
B) Individueller Service
C) Service der Firma

 

Von dieser Hauptrolle ließen sich relativ einfach alle anderen Rollen ableiten wie z.B. für: Führung, Verkaufsgespräche, Gemeinsame Besuche, Konferenzen, Logistik, Controlling, Arbeitskreise usw.
Die Rollen müssen qualitativ so definiert werden, dass sie zu 100% mit den zwei geschäftlichen Eichpunkten deckungsgleich sind und dass kein Zwang ausgeübt werden muss.    >>> Teil 8