Geschichte des UW-Prinzip - Teil 5
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BEWEISFÜHRUNG und VERTEIDIGUNG
Außerdem war es auch fast wie eine Gesetzmäßigkeit, dass im Falle von Misserfolg versucht wurde, die Schuld auf einen anderen abzuwälzen – es geht nicht weil, ....., ich wäre erfolgreich, wenn..... Die kreativen Ideen für die Projektion des Misserfolgs von sich auf andere sind bis heute führend im Potenzial der gesamten gesellschaftlichen Kreativität – es ist ja irgendwie auch verständlich, dass ich nicht als „der Unerfolgreiche“ durchs Leben gehen möchte.
Die Merkmale des Misserfolgs kannten wir nun, aber es war letztlich nur eine Beschreibung der gesellschaftlichen
Denkweise, die sich mit den Begriffen richtig und
falsch beschäftigt und die versucht,
Recht zu haben.
Im Unternehmen muss es aber um Erfolg und um die
Umwandlung von Misserfolg in Erfolg gehen.
Da wir mittlerweile wussten und von allen führenden Kommunikationsexperten bestätigt bekamen, dass es kein zu definierendes erfolgreiches Verhalten gibt, musste die Ursache des Erfolgs woanders zu suchen sein als im Verhaltensbereich. Die ständigen vier Fragen „Was ist zu tun, wie muss es getan werden, was muss gesagt werden und wie muss es gesagt werden?“, waren aber alles Fragen, die nach richtigem Verhalten suchten - nach einem Erfolgsrezept – aber der erste Schritt in die richtige Richtung – so weiß ich heute – wäre aufzuhören nach so einem Verhaltensrezept zu suchen.
Wir suchten weiter und landeten wieder bei dem Thema autoritär und subjektiv. Hiermit setzten wir uns jetzt intensiver auseinander. Was war der Gegenpol zu autoritär ? War es antiautoritär, Delegation von Verantwortung, kooperatives Verhalten ? – wir blieben in unseren Überlegungen immer wieder stecken, da jeder Gegenpol durch Verhalten definierbar war, und die Subjektivität immer im Vordergrund stand.
Erst ein anderes Wort für autoritär – nämlich ZWANG brachte uns den Gegenpol FREI. Die Analyse früherer Zeiten brachte uns die Erkenntnis, dass wir unsere Mitarbeiter in bester Absicht zu deren Glück zwingen wollten. Wir wollten ihnen die „richtigen“ Verhaltensweisen überstülpen, obwohl diese nicht zu deren Persönlichkeitsstruktur passten.
Aber der Gegenpol zu Zwang – Frei ? Mein „Fred“ stellte sich vor, dass frei bedeutet, man könne im Unternehmen tun und lassen was man wollte – eine Chaosversion tat sich in meinem Kopf auf. Aber Menschen zu etwas zwingen, was sie nicht wollten, das konnte es auch nicht sein. Nur eines stand fest, der Gegenpol zu Zwang ist Frei. Da der Pol Zwang in der Gesellschaft negativ besetzt ist, wird er häufig umformuliert und so wird aus dem Gegenpol zu Freizeit die Arbeitszeit. Das: „Ich muss zur Arbeit“, ist deshalb beim Menschen unbewusst immer mit Zwang belegt. Immer neue Fragezeichen taten sich auf bei der Suche nach den Merkmalen des Erfolgs. Wir gaben aber nicht auf. Wir wussten jetzt wenigstens, dass die Ursache für Erfolg und Misserfolg in den menschlichen Denkweisen liegt.
Das nächste Thema, welches wieder auf dem Diskussionstisch kam war die künstliche und natürliche Polarität.
Die gesellschaftliche Denkweise beschäftigt sich mit der Kultur, und jede Kultur gibt autoritär und subjektiv richtiges und falsches Verhalten vor. Das was in unserer Kultur als richtig ange-sehen wird, kann in einer anderen Kultur falsch sein und umgekehrt. Was in jeder Kultur aber gleich ist, ist die Zielsetzung, den Pol Falsch zu eliminieren. Jede Kultur beinhaltet somit küns-tliche Polaritäten.
Eine natürliche Polarität ist allgemeingültig für alle Menschen, und die Zielsetzung einen Pol zu eliminieren existiert nicht. Wäre diese Zielsetzung vorhanden, einen Pol zu entfernen, wäre auch automatisch der Mensch entfernt. Falls Sie es nicht glauben, können Sie es gern ausprobieren und versuchen, den Pol Einatmen abzuschaffen.
Da richtige und falsche Verhaltensweisen nicht für Erfolg und Misserfolg verantwortlich sind, beschlossen wir, im Bereich der natürlichen Polaritäten nach den Ursachen für Erfolg und Misserfolg zu suchen.